PROJEKTE

Miteinander Leben

Experimentierplatz Regie


bisherige Projekte


bisherige Projekte

2008

Arte Noaw

“Ausgestiegen / Abgefahren”

2007

Stadteil-Portrait

“Ein Stück Autokino”

2006

Orientierung

“Spieglein, Spieglein”

2005

Gilgamesch und Enkidu

“Im Gleichschritt. Marsch”

Miteinander leben (Fotos: Meike Lindek)

“Miteinander leben” ist ein vom Ministerpräsidenten des Landes NRW, der Stadt Bonn und der Rhein-Energie Stiftung Kultur, gefördertes Kultur-Projekt, das jährlich neu ausgeschrieben wird mit dem Ziel verschiedenste Bevölkerungsgruppen und Kulturen zusammenzubringen. Die inhaltlich Ausrichtung verfolgt dabei immer einen besonderen Schwerpunkt. Das Projekt wird organisiert und durchgeführt von marabu projekte e.V. und der Kreativen Werkstatt für Kinder und Jugendliche in der Brotfabrik“

Bisherige Projekte:

2008 Arte Noaw

Anlässlich der Artenvielvalt-Konferenz in Bonn hat sich das diesjährige Projekt mit der Frage beschäftigt, was die Vielfalt unter und Menschen ausmacht und wie wir diese schützen können.

80 Kinder verschiedener Schultypen waren für vier Tage auf dem Gelände der “Brotfabrik” unterwegs und haben sich sowohl fachlich über die biologische Vielfalt in speziellen Spielwerkstätten informieren können, als sich auch künstlerisch mit dieser Vielfalt beschäftigt.

 

 

 

So durchwanderten die Kinder die Spielwerkstätten “Sonnernenergie” in denen solarbetrieben Gefährte gebaut wurden, lernten in der “Artenvielfalt” Werkstatt verschieden Lebensarten kennen, um sie anschließend eigenständig über 100 Arten auf dem Gelände der “Brotfabrik” selbst nachzuweisen oder untersuchten den Stromverbrauch vetrschiedner elektrischer Haushaltsgeräte.

In den Kunstateliers “Tanz” “Wort” “bildene Kunst” “Objekt” wurden dann künstlerisch zum Thema gearbeitet. Dabei durchliefen alle Kinder alle Ateliers, um sich dann für einen Schwerpunkt zu entscheiden, der ihnen besonders lag. In einem Open space wurden die verschiedenen Ergebnisse der Ateliers dann zusammgefügt und zu einem Gesamtkunstwerk vernetzt.

Als Leitmotiv diente die “Arte Noaw” ein sich ständig erweiterndes Objekt aus Kartons und Schachteln, die diejenigen Dinge, Gedanken, Wünsche usw. der Kinder enthielten, die ihnen wichtig waren und die sie der Nachwelt erhalten wollten. Zum Abschluß wurde die Arte Noaw in einem Zug durch Bonn zum Münsterplatz begleitet, wo ein Ausschnitt der Arbeitsergebnisse aus den Ateliers präsentiert wurde.

 

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2007 Portrait eines Stadtteils“

In verschiedenen künstlerischen Aktionen und Erkundungen sollte versucht werden, ein Portrait des Stadtteils Beuel zu „zeichnen“. Wie und wer lebt hier miteinander? Wer sollte was von wem erfahren? Wer hinterlässt wie seine Spuren und wo? Wie wird der öffentliche Raum miteinander geteilt oder wo kann man eigentlich etwas miteinander machen? Welche Wünsche und Erwartungen sind mit dem Begriff „miteinander leben“ verknüpft? Sind diese Wünsche Realität?

Einen Schwerpunkt legten wir dabei auf die generationenverbindende Angebote. Wir möchten Menschen jeden Alters die Gelegenheit verschaffen miteinander in Kontakt zu treten und ihre Ansichten und Erfahrungen zum Thema in einem kreativen Prozess auszutauschen und darzustellen.

Zu den Angeboten gehörten ein Videoprojekt, ein Tanz- und Bewegungsatelier, ein Radioatelier, eine Schreibwerkstatt, ein Musikatelier, ein Atelier aus dem Bereich bildende Kunst, ein Aktionsprojekt (Stadtkarten) sowie ein stadthistorisches Projekt. Am Samstag, 13.10.07, wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Stadtteilfestes im Theater Marabu und der Brotfabrik, öffentlich präsentiert.

 

 

2006 ORIENTierung - Eine Projektwoche mit 80 Kindern in der Ennert Grundschule in Beuel (Fotos: Meike Lindek)

Eine Woche lang arbeiteten sieben Künstler und Künstlerinnen mit den Ennertschülern in den Bereichen Bildende Kunst, Theater, Musik, Dichtung und Dokumentation. “... . Ziel der Aktion war es, dass Kinder mit Künstlern unterschiedlicher Herkunft künstlerische Projekte erarbeiten und - sei es tanzend, musizierend, schauspielernd, malend oder schreibend - einen authentischen Zugang zu den Kulturen des fremden Orients erlangen. Zur Auswahl standen dabei sechs Workshops: Radio,-Musik-, Theater-, Bühnebildbau-, Mal- und eine Spurensucher-Werkstatt. In den Workshops haben sich die Schüler erst mit Literatur, Musik ud Theater aus dem Orient beschäftigt und dann ihre Gedanken, Gefühle und Stimmungen zu eigenen Kunstwerken verarbeitet.

Zu bewundern gab es dies dann bei der Projekt-Abschlussveranstaltung: Die Kinder führten nicht das selbstgeschriebene Theaterstück, ein Hörspiel und ein Trommelkonzert auf, sondern hatten die Eingangshalle auch in eine mit goldenen Türmen und mosaikverzierende orientalische Stadt verwandelt.Das Projekt war eine große Bereicherung für die Kinder, da sie sich sonst nur in einem sehr kleinen Umfang künstlerisch betätigen können”, freute sich Lehrerin Imke Mertins.”
Generalanzeiger, Lokales vom 02.10.2006

 

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2005 Fremdes wird spielerisch vertraut
Märchen - Gemeinsames Projekt der Beethovenschule und des Theaters “Marabu”

Eine Woche lang stand in der Klasse 3b der Beethovenschule Theaterspielen auf dem Stundenplan. 21 Schüler übten das Stück “Gigamesch und Enkidu” ein, das davon erzählt, wie der Halbgott Gilgamesch sich mit seinem Gegenspieler Enkidu verbündet, um den Dämon Chumbaba zu besiegen. Das Märchen spielt in der uralten Stadt Uruk in Mesopotamien, dem heutigen Irak. Das Theaterstück war Teil des Kulturprojektes “ORIENTierung”, das vom Land Nordrhein-Westfalen initiiert wurde. Im Mittelpunkt steht der Dialog zwischen Orient und Okzident, der auf kreative Weise gefördert werden soll.

Gemeinsam mit Klassenlehrerin Barbara Brüse sowie TIna Jücker und Claus Overkamp vom Beuler Theater “Marabu” entwarfen die Kinder Gesichtsmasken, Kostüme und Kulissen und durften sich auch einige Texte selbst ausdenken. Im Spiel mit den Masken sollten die Kinder lernen, wie Fremdes vertraut werden kann. Musikalisches Neuland betrat eine Gruppe von Schülern zudem, als sie mit dem irakischen Musiker Saad Thamir Trommelrhythmen aus seiner Heimat einübte. Sogar ein irakisches Kinderlied brachte Thamir den Drittklässlern bei.Während der Proben ergabnen sich viele Fragen zum alten Mesopotamien, aber auch zur heutigen Situation im Irak. Und da erwies sich Saad Thamir natürlich als gefragter Gesprächspartner, der den Kindern viel über sein Heimatland und seine Geburtsstadt Bagdad erzählen konnte. Nach einer Woche intensiver Probenarbeit wurde das Stück in der Turnhalle der Beethovenschule aufgeführt. “Dass ich wieder einen Freund habe”, fand Dilara an ihrer Rolle am schönsten, während Frederik trocken kommentierte: “Happy-End ist immer gut.”
Generalanzeiger, Bad Godesberg, Oktober 2005

 

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Experimentierplatz Regie

Unter dem Begriff Experimentierplatz wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, sich künstlerisch auszudrücken und sich in dem jeweiligen Bereich zu qualifizieren.
 

Der Experimentierplatz Regie steht jungen Menschen offen, die sich in diesem Tätigkeitsfeld erproben wollen.
Das Theater Marabu und der verein marabu projete e.V. stellen zu diesem Zwecke die räumlichen, technischen als auch finanziellen Mittel zur Verfügung. Dabei werden die jeweiligen Projekte von außen professionell begleitet und reflektiert und so Hilfestellung für die NachwuchskünstlerInnen gegeben.

 

 

 

Theater Marabu zeigt das Stück "Ausgestiegen/Abgefahren"
Junge Jasmin Jerat inszeniert in Reihe "Experimentierplatz Regie" - Sie hat ihre Chance mit Mut zum Experiment genutzt

 "Ausgestiegen/Abgefahren" lautet das Motto der ersten Regiearbeit von Jasmin Jerat, die die 21-Jährige am Wochenende im Theater Marabu präsentierte. Wer einige Jahre Erfahrungen bei der von Tina Jücker und Claus Overkamp geleiteten Jungen Bühne Bonn gesammelt hat, darf sich auch mal eigenständig auf den "Experimentierplatz Regie" wagen.

Das Stück, das Jerat gemeinsam mit ihren drei jungen Schauspielern entwickelt hat, ist das vierte in dieser Reihe. Die jungen Menschen sind unterwegs zum Erwachsenenleben und zu sich selbst. Zugfahrten sind ein durch eingespielte Videos markierter dramatischer Leitfaden. Die Bühne ist ein auf dem Boden markierter schmaler Laufsteg, mit der Tür zur Fahrerkabine (tatsächlich sitzt dahinter die Technik mit Bene Neustein am Steuerpult) und zwei von der Decke hängende Fensterrahmen als U- oder S-Bahnwagen definiert.
 

 


Die Zuschauer sind auf Tribünen an beiden Seiten platziert. Der Blick nach außen oder nach innen bestimmt auch die spielerischen Aktionen, die keine durchgängige Geschichte erzählen, sondern Befindlichkeitsmuster zeigen. Oft sehr körperlich mit witzigen Tanzelementen. Da steht das Mädchen in zerrissenen Jeans (Gwen van der Linde, die auch die Songs zur Gitarre beisteuert) Halt suchend im imaginierten eleganten roten Kostüm im Gang, fühlt sich begafft von den coolen sonnenbebrillten Jungs und verliert jede Sicherheit.

Da ist der spanisch sprechende, Arbeit suchende Fremde (Miguel Ritter aus El Salvador), der über der Flut der Absagen verzweifelt. Da ist der muntere romantische Traumtänzer (Alec Ernst), der mit seinem Gießkännchen die Blumen zum Singen bringen möchte. Alle haben ihre Hemmungen, Versagensängste und Hoffnungen. Jerat nimmt sich Zeit, ihre Spielfiguren vorzustellen, bevor sie sie in kleinen szenischen Etüden aufeinander prallen lässt. Alices herbeizitiertes Wunderland ist unheimlich, mit Büchner auf dem Kopf zu gehen, um die Welt mal andersherum zu betrachten, ist keine leichte Übung.

Aufstehen, Fallen und den Kopf trotzdem tapfer oben behalten: Hemmungen können ja auch ganz nützliche Stopp-Signale sein - nicht nur für ewige Looser. Gegen Ende stehen sie mit an den Bühnenhimmel geklammerten T-Shirts da wie Marionetten mit verrenkten Köpfen. Dann schon lieber gleich ungehemmt kopflos, beschließen sie einträchtig. Jasmin Jerat hat in 50 durchaus spannenden Minuten ihren Regie-Spielplatz mit dem Mut zum Experiment einfallsreich genutzt. Einen Studienplatz für angewandte Dramaturgie an der Universität Gießen, seit etlichen Jahren eine Regietalentschmiede, hat sie bereits. Generalanzeiger vom 18.08.2008.

 

 

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Bisherige Experimentierplätze:

Freier Fall aus der Gesellschaft. “Ein Stück Autokino” - Das Marabu Theater wird zur Experimentierbühne.
Geldscheine flattern durch die Luft als Zeichen für die große Freiheit. Zwei junge Frauen haben alles hinter sich gelassen: Verpflichtungen und Rücksicht inklusive. Das Geld stammt à la Bonnie und Clyde aus aus einem Banküberfall. Aber wohin führt ihre Reise durch die Nacht die beiden? Jetzt, wo sie sich alles kaufen können, den Strand und das Meer, scheint das Limit nur noch der Himmel zu sein.

Das Marabu Theater hat seine Bühne wieder einmal zum “Experimentier- platz” erklärt, und unter der Regie von Eva von Schweinitz, Studentin  des Fachbereichs Drehbuch an der internationalen Filmschule in Köln, ist mit “Ein Stück Autokino” eine rasante und explosive Inszenierung entstanden. Einmal so cool sein wie Helden im Film. Einsteigen, losfahren, und hinein ins wilde Irgendwo.

Foto: Eva Cerná

Also alles nur vom Kino geklaut? Keinesfalls, denn die Inszenierung unterwandert geschickt die Genregrenzen zwischen Film und Theater. Wenn Hannah Biedermann als eine der jungen Wilden die Bank überfällt, sieht das auf der Leinwand brutal echt aus. Aber die Kamera filmt natürlich nur einen Ausschnitt und das vermeintliche Opfer, das scheinbar rücksichtslos zusammengeschlagen wird, ist auf der Bühne nicht mehr als eine hohle Perücke. Mit Lippenstift, Schminke, Sonnenbrillen, Perücken und einem Autowrack proben Biedermann und Manuela Neudegger den freien Fall aus der Gesellschaft. Sich selbst verfolgen sie als das komische Kripo-Duo Schmidt und Schmitz, das als schräge Kreuzung aus Film Noir und Tatort den beiden Aussteigerinnen ständig mit Tatütata und Megaphon auf den Versen ist.
Tatsächlich eingeholt aber werden die beiden jungen Wilden nur von ihren Alter Egos, die sie als Anhalterinnen mitnehmen. In einer großartigen Szene, die aus einer Filmsequemz von Biedermann und Neudegger auf der Rückbank eines Autos und dem Gangsterduo Biedermann und Neudegger auf der Bühne zusammengesetzt ist, treffen gesetzlose Coolness und Banalität des Alltags ungebremst aufeinander.

“Ein Stück Autokino” ist mehr als eine Versuchsanordnung für den cineastischen Egotrip, sondern eine traumhafte Achterbahnfahrt. Bonner Rundschau vom 29.09.2007

Hier finden Sie eine sehr lesenswerten Erfahrungsbericht über diesen Experimentierplatz von Eva von Schweinitz: Erfahrungsbericht

 

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Die Schönen und die Biester. Anita Pops beeindruckendes Regiedebüt mit dem Stück "Spieglein, Spieglein" in der Beueler Theaterwerkstatt der Brotfabrik. Bonn.
Ginge es nur um das Thema der Äußerlichkeiten und die reine Oberfläche, wie es der Titel "Spieglein, Spieglein" suggeriert, das Regiedebüt von Anita Pop wäre ein selbst sehr oberflächliches, vielleicht sogar frauenverachtendes Stück geworden.Doch es geht weit darüber hinaus und tief in die weibliche Psyche hinein. Das Stück, das im Rahmen des Projektes "Experimentierplatz Regie" des Theater Marabu in der Theaterwerkstatt der Brotfabrik Premiere feierte, mausert sich über eine knappe Stunde Spielzeit mit Tempo und Humor zur eindrucksvollen Positionsbestimmung der modernen Frau.

Alexandra Böhne, Alice Gruia und Julia Rehn treten nahezu perfekt besetzt als Frauen unbestimmbaren Alters und Beziehung auf. Anfangs sind sie noch kleine Schwestern, die im Nachthemdchen um die Gunst ihrer Eltern wetteifern. Darauf sind sie, scheinbar ohne die Rollen zu wechseln, Teenies, die gemeinsam in die Disco gehen und aus denen immer schärfere Rivalinnen werden. Auch das Fitnessstudio und die Berufswelt sind Stationen in diesem ausgearbeiteten Frauenbild.

 

 

Jederzeit im Bühnenbild integriert: an die fünfzig Barbiepuppen. Die Puppen als Symbol für dauerhafte Schönheit sind eine der wenigen Konstanten, an die sich die drei Schauspielerinnen klammern können, während ihre Figuren sich zwischen Erwartungen, Missgunst, Phrasen und Bedürfnissen zu orientieren versuchen, wobei als großes Leitmotiv immer wieder die Rivalität zwischen den Dreien aufbricht.
Wer die Schönste sei, wird zu einer lebenswichtigen Angelegenheit, wie nicht zuletzt ein groteskes Vorstellungsgespräch zeigt. Es ist bizarr und hochgradig amüsant, wie die Frauen in langen, leeren Konversationen beispielsweise ihren Selbstwert alleine über ihre Anziehungskraft auf Andere bestimmen oder jede verzweifelt versucht, für einen Moment im Mittelpunkt zu stehen und dabei immer mehr zum Biest wird. Anita Pop, selbst gerade 26 Jahre alt und eine Schauspielerin im Ensemble der JungenBühneBonn, empfiehlt sich mit diesem beeindruckenden Einstieg nachhaltig für weitere Regiearbeiten. Generalanzeiger, Feuilleton vom 09.09.2006

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