Das fabelhafte Bonner Theater „Marabu“ begeistert bei den Ruhrfestspielen

„Verschlagenheit, Verlogenheit, Eifersucht, Berechnung, Brutalität, Dreistigkeit – all die negativen menschlichen Eigenschaften in den heute noch gültigen Märchenklassikern entlarvt das Marabu-Quartett auf sensationell kindgerechte Art. Nur, dass eben hier nicht der Wolf vermenschlicht wird, sondern all die anderen Tiere, die das Bild vom bösen Raubtier unreflektiert weiter vermitteln und sich dabei gleichzeitig Grillfleisch und Currywurst Schranke zwischen die Kiemen schiebt. „Ist der Bär böse, weil er verspeist den Fisch? Was kommt denn bei dir auf den Tisch?“
Damit klärt sich am Ende, auch dank einer rührenden Kinderstimme aus dem Off, die Frage, ob wir den Wolf wirklich vernichten müssen: „ Man braucht keine Angst vor dem Wolf zu haben. Der ist wirklich nicht böse. Der hat viel mehr Angst vor uns als wir vor ihm.“
Und egal, ob man nun für oder gegen die Ansiedelung des Wolfes in unseren Breitengraden ist: Der verdiente Applaus ist dem Theater Marabu sicher. In einer einzigen Schulstunde zu vermitteln, dass kein Wesen von Natur aus schlecht ist und dass man die Dinge stets hinterfragen sollte, das ist echte Kunst. Chapeau!

Hier die ganze Kritik der Recklinghäuser Zeitung vom 02.06.2021 zu unserem Online Gastspiel im Rahmen der Ruhrfestspiele. Kritik Ruhrfestspiele